Reiseerinnerungen.

Kategorie: Deutschlandwanderung (Seite 1 von 2)

22./23.08: Endlich der südlichste Punkt

Eigentlich wollten Yvonne und ich ja – wie jedes Jahr – einfach nur vor dem Chaos rund um die Flammenden Sterne fliehen. Das Allgäu ist es geworden, weil wir uns Karten für die Freilichtbühne in Altusried gekauft haben. Jetzt ist Yvonne auf Reha und ich sitze alleine im Hotel in Dietmannsried…

Nein, kein Grund für Mitleidsbekundungen. Heide und Reinhard sind durch Zufall auch im Allgäu und so waren wir gestern gemeinsam im „Zauberhaften Land von Oz“. Boah, war das kitschig… aber die Bühne und das ganze Gelände sind echt toll.

Hmm, ok, verquatscht… in diesem Blog geht’s ja eigentlich um meine Deutschlandwanderung. Also, Fokus jetzt.

Gestern hab ich die letzte noch fehlende Etappe von Martinszell bis Sonthofen gemacht. War bis auf das Werdensteiner Moos einigermaßen ereignisarm. Wobei die Rückfahrt mit dem ÖPNV wieder mal besonders war. Der Bahnhof Sonthofen ist wegen Bauarbeiten komplett gesperrt. Also Schienenersatzverkehr, der aber ganz ok war. Der Bahnhof Immenstadt nicht. Auch Bauarbeiten. Und nur ein Bahnsteig für alle Züge in alle Richtungen. Dass dieser Bahnsteig nur gefühlte 50cm breit war (ok, ok, ich übertreibe … aber nur ein bisschen!) hats nicht besser gemacht. Orientierungslose Menschenmassen, die natürlich alle direkt am Zugang stehen wie Sardinen in der Dose. Egal, bin nicht vor den Zug gefallen und irgendwann wieder zurück gekommen.

Szenenwechsel. Sonntag, zweiter Versuch zum Haldenwanger Eck. Der frühe Vogel fliegt den Touristenmassen davon, ich war also nach 1 Stunde Anfahrt schon um 08:00 am Parkplatz der Fellhornbahn. Alleine ✌️.

Rauf auf Yvonnes Ebike und erstmal 12km und 600 Höhenmeter bis zum Ende der Asphaltierten Strasse an der Speicherhütte. Am Ende so sacksteil, daß ich zweimal dachte, ich überschlag mich samt Ebike rückwärts.

Danach nochmal 400 extrem steile Höhenmeter auf knapp 3km zu Fuß bis zum südlichsten Punkt. Schnappatmung. Gefühlter Kollaps. Versagensängste. Ha, aber geschafft !

Das Beste: keine Sau war da oben, nur Kühe. Veschber am Grenzstein (belegte Brötchen von der Tanke, mjam!) und mit Gummi- Beinen wieder runter gewackelt. Mit rauchenden Bremsen auf dem eBike ins Tal. Drei Murmeltiere und ein paar Touristen überfahren. 💪 geschafft!

Von Sonthofen nach Oberstdorf – 19.05.26

Ich weiss, falsche Reihenfolge, aber mir fehlen noch zwei Tagestouren auf dem Weg nach Süden. Und eine war am Dienstag dran. Es ging wieder mal entlang der Iller – ehrlich gesagt nach der Wanderung am Vortag irgendwie langweilig…

Darum halte ichs kurz. Bin den hunderten EBikern so gut es ging ausgewichen, habe am Illerutsprung (bei Oberstdorf, dort fliessen Trettach, Stillach und Breitach zusammen und bilden dadurch die Iller) meine Füssen gebadet und war nach 15km in Oberstdorf. Einen Kaffee geschlürft und zurück zum Gasthof.

Zum Haldenwanger Eck (fast…) – 18.05.26

Schlechte Nachrichten, schon am Vorabend. Der Wirt meinte, wegen der Eisheiligen liegt zu viel Schnee im Aufstieg zum Haldenwanger Eck, so dass ich nicht hinkommen werde. Egal, ich versuche es trotzdem.

Bestes Wanderwetter! Schon nach kurzer Zeit laufe ich im T-shirt, bestens. Der Weg geht erst auf einem kleinen Pfad durch den Wald, danach auf einer schmalen (leider asphaltierten) Straße. Es ist früh, keine Sau ausser mir ist unterwegs. Herrlich!

Der Weg steigt nur ganz sanft an, erst nach der Alpe Haldenschwang (war noch geschlossen) nach rund 7km wirds dann steiler. Vorher traf ich aber noch ein paar nette Gesellen…

Und dann – ca. 2,5 km vor dem Ziel – ging es auf den Gebirgspfad. Und bald danach in die ersten kurzen Schneefelder bei ziemlich rutschigem Untergrund und verdammt steilem Anstieg. Da kommt ein alter Mann ins Schwitzen. War am Anfang aber alles noch ok, der langsame Esel macht das Rennen. Aber rund 1km vor dem Haldenwanger Eck hatte ich dann doch endgültig die Hosen voll.

Jaja, sieht nicht so wild aus… aber links gings verdammt steil nach unten, es war echt rutschig und ich war alleine… Better safe than sorry. Also Endstation.

Gleicher Weg zurück, war in den Schneefeldern bergab noch etwas rutschiger als bergauf. Aber alles im Rahmen. Schöne Wanderung, am Schluss ein geiles Panorama und kein Mensch unterwegs. Einfach schön.

Und weiter geht’s… auf in die Allgäuer Hochalpen – 17.05.26

Erstmal zur Erklärung, warum ich heute erst schreibe: im Gasthof Einödsbach gibt’s kein Internet – oder zumindest nicht genug. Für Textnachrichten via WhatsApp reichts, aber für alles andere nicht.

Okay, jetzt aber zur Sache, Schätzchen. Am Sonntag morgen gings wieder zum Bahnhof- alt bekannt Umsteigen in Ulm und dann bis Oberstdorf. Aber Obacht! Der hintere Zugteil bleibt in Kempten stehen … ich habs rechtzeitig gemerkt 😉. Wir standen aber sowieso wegen ein paar 🐑 🐑 fast eine Stunde in Kempten.

Einige böse Worte von genervten Mitreisenden an das Zugpersonal später stapfte ich in Oberstdorf los. Vollgepackter Rucksack am Rücken, 400 Höhenmeter und 13km vor mir. War aber ein schöner Weg durch den Wald, an der Skischanze vorbei und dann nochmal ein steiler Anstieg zum Gasthof.

Ein wirklich nettes Gasthaus mit einen wunderschönen Blick auf die Berge.

Mehr gibt’s morgen – ich muss jetzt zurück ins Tal der Ahnunglosen…

Nach Martinszell

Heute gings früh los – um 07:15h ein kurzer Kaffee an der Tanke und los gings. Erster Zwischenstopp Cambodunum – also die Ausgrabungen und Rekonstruktionen des römischen Kempten.

Blöderweise war ich zu früh und die Rekonstruktion des Tempelbezirks (hinter der Mauer oben) war noch nicht offen. Der frühe Vogel und so…

Danach gings wieder runter zur Iller und immer der Nase nach.

Und dann zurück per Bahn, Abfahrt 12:30h ab Martinszell.

Zurück im Süden

Noch sechs Etappen fehlen im Süden auf dem Weg zum Haldenwanger Eck… Und Ende Mai habe ich ein Zimmer im Gasthof Einödsbach für die letzten beiden Etappen gebucht. Höchste Zeit also, die vier Etappen bis dorthin in Angriff zu nehmen.

Start heute morgen 07:10h mit dem Bus nach Esslingen, dann Regionalexpress nach Ulm und anschließend mit dem Diesel RE 75 bis Kempten. Und dann noch den Bus nach Altusried. Uff.

Lob an die Deutsche Bahn: hat alles gut geklappt und Sitzplätze hatte ich auch. Trotzdem war die Anfahrt fast so lang wie die Wanderung.

Die führte bei bestem Wanderwetter gemächlich an der Iller entlang:

Übernachtet wird im smart Motel in Ursulasried. Moment… smart? Haben die überhaupt die Namensrechte?

Ausserdem hab ich nen Mords-Durst, aber der Getränkeautomat nimmt nur Münzen (wer hat denn noch so was?) und ausserdem ist nur Zuckerzeugs drin. Hmpf… naja, ich geh gleich zum Italiener nebenan, da gibt’s bestimmt ein Hefeweizen!

Nach Bad Orb – und Ende der Etappe

Erstmal zum Abendessen gestern: die berühmte Krautwurst war … okay … aber sicher kein kulinarisches Highlight. Aber wir waren satt und ein leckeres dunkles Bier vom Fass gabs obendrein.

Die letzte Tagestour zur Endstation in Bad Orb führte uns über den höchsten „Berg“, den wir im Spessart überqueren: den Horst. „Berge“ gibt’s im Spessart aber sowieso nicht… eher so was wie sanfte, bewaldete Hügel. Schweisstreibend wars trotzdem – war der wärmste Tag.

Und jetzt sitzen wir schon im völlig überfüllten Nahverkehrszug zurück nach Stuttgart. Selber schuld, wer ist auch so blöd und fährt am Freitag Nachmittag Bahn? Aber: die beiden Anschlüsse (Bus auf Bahn auf Bahn) haben funktioniert!

Die nächste Etappe führt wieder in den Süden, in Richtung Haldenwanger Eck hinter Oberstdorf.

Zwischen Preussen und Bayern…

Heute gings ziemlich lange immer entlang der Landesgrenze (LG) von 1871 zwischen den Königreich Bayern (KB) und dem Königreich Preussen (KP). Alle paar hundert Meter ein Grenzstein. Man könnte meinen, da herrschte ein gewisses Mißtrauen…

Ansonsten war das heute mit 17km die kürzeste Etappe. Genug Zeit für eine Fußkühlung in Flörsbach.

Heute Abend gibt’s noch die berühmte Krautwurst hier im Flörsbacher Hof (https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/zwischen-spessart-und-karwendel/krautwurst-rezept-100.html). Ist mit Wildschwein -also auch ökologisch absolut empfehlenswert! Jetzt muss sie nur noch schmecken…

Von Weibersbrunn nach Habichtsthal

Ein Traumwetter hatten wir heute. Sonne pur und Temperaturen von 10 Grad morgens bis kurz unter 20 Grad nachmittags. Optimales Wanderwetter also.

Die Sicherstellung des leiblichen Wohls dagegen gestaltete sich etwas schwierig. Unser heutiges Tagesziel, der Gasthof Zur Frischen Quelle in Habichtstal hat Mittwochs Ruhetag. Das nächste Restaurant liegt 2km entfernt und hat ausserplanmäßig auch geschlossen. Im einzigen Ort auf dem Weg, Heigenbrücken, haben auch alle Restaurants geschlossen. Alle ausser das Berg Cafe. Da gabs eine Erbsensuppe und einen eingeschweissten Verschberteller für Abends. Nochmal Glück gehabt und den Hungertod abgewendet.

Zum Schluss noch ein paar Bildchen vom Weg – es waren wieder ca 20 km mit einem etwas fiesen Aufstieg kurz vor Schluss.

Zur Belohnung gabs in der Frischen Quelle zwei Bierchen auf der Dachterasse.

Das Wirtshaus im Spessart

Früher waren die Räuber im Wald. Heute könnte man meinen, sie sitzen vor dem Schloss und kassieren Wegezoll. Jedenfalls waren uns 7 EUR zu teuer, darum haben wir uns das Schloss Mespelbrunn – alten Menschen bekannt aus dem „Wirtshaus im Spessart“ – nur von außerhalb des Gartenzauns angeguckt.

Die Etappe war deutlich entspannter als gestern. Waren zwar auch fast 20km, aber weniger Höhenmeter und mehr als die Hälfte war fast ganz ohne Steigung.

Oh, und noch was zur Übernachtung gestern im Löwen in Eschau. Prima Zimmer, lecker Frühstück (ich habs eingepackt, weil ich morgens nichts esse) – und das alles für 53 EUR pro Person. Schnapper! Soll keiner sagen, in Deutschland könne man nicht günstig Urlaub machen! Und furchtbar nett waren die Wirtsleute auch noch.

« Ältere Beiträge

© 2026 Blog 22 to 25

Theme von Anders NorénHoch ↑